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Lasse Schneider, Head of Finance

Diesen Monat begrüßen wir unseren Head of Group Finance Lasse Schneider zum Interview. Wir haben über sein Aufgabenfeld bei Medialine und Künstliche Intelligenz gesprochen – und darüber, warum Buchhaltung etwas echt Spannendes sein kann.

Dieses Interview wurde im Jahr 2023 durchgeführt.

Medialine: Hallo Lasse! Wie schön, dass du dir Zeit genommen hast für dieses Gespräch. Zu Beginn kannst du dich gerne einmal vorstellen: Wie lange bist du schon bei Medialine und was is dein Aufgabengebiet hier?

Schneider: Hallo! Erst einmal vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Lasse Schneider, ich bin seit 01. September 2022 an Bord, also noch gar nicht so lange. Ich bin Head of Group Finance, also mit allem rund um das Thema Finanzen betraut. Meine Aufgabe ist es, Prozesse rund um alles Monetäre zu optimieren beziehungsweise einzuführen und eine gruppenübergreifende Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. Außerdem erstelle ich den Jahresabschluss der Gruppe. Es ist ein besonderes Anliegen, die Eigenständigkeit der verschiedenen Unternehmen in der Gruppe zu bewahren, so wie es auch im Geschäftsalltag gelebt wird. Die Medialine IT Solutions oder die Interface Systems haben alle unterschiedliche Schwerpunkte, genau wie unsere Kolleginnen und Kollegen in Österreich. Durch die unterschiedlichen Bereiche ergeben sich zwangsläufig auch andere Prozessabläufe. Das respektiere ich vollkommen und möchte zunächst verstehen, wie Dinge funktionieren. Ziel ist es, das tägliche Doing zu begreifen, das jedem Gruppenteil eigen ist: Wie werden beispielsweise Eingangsrechnungen behandelt, wie Ausgangsrechnungen? Ziel ist es, Teams übergreifend zusammenzubringen, sodass sich Kolleginnen und Kollegen irgendwann untereinander vertreten können, egal, ob sie in Graz, Stuttgart oder Berlin sitzen.

Wir sind in letzter Zeit stark gewachsen und haben das auch in Zukunft vor. Es macht großen Spaß, in so einem konzeptionellen und dynamischen Unternehmen tätig zu sein. Dadurch wird es nie langweilig!

Medialine: Du hast eben vom Jahresabschluss gesprochen. Kannst du uns ein bisschen mehr darüber erzählen? Bei einer großen Unternehmensgruppe wie der Medialine Group sicherlich keine einfache Aufgabe.

Schneider: Natürlich, gern. Zunächst im größeren Bild, unabhängig von Medialine betrachtet: Es gibt selbstverständlich handelsrechtliche Vorgaben, die erfüllt werden müssen. Dann gibt es auch sehr branchenspezifische Herausforderungen: Beispielsweise müssen Hersteller teilfertiger Leistungen oder mit großer Vorfinanzierung Bewertungen treffen und diese in der Bilanz abbilden. Das haben wir bei uns nicht. In unseren Abläufen schaue ich mir jede Gesellschaft an und betrachte die Bilanz: Was gibt es dort für Vorgänge, die in der Bilanz auftauchen, wie kann eine Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet werden? Natürlich ist das etwas, das im Laufe des Jahres kontinuierlich abläuft.

Wir haben für die unterschiedlichen Gesellschaften außerdem Checklisten erstellt, die wir gemeinsam abarbeiten. Durch die unterschiedlichen Geschäftsschwerpunkte mit unterschiedlichen Sachverhalten ergeben sich da unterschiedliche Dinge, die zu beachten sind. In jeder Bilanzposition ergeben sich da Besonderheiten.

Ich habe in der Vergangenheit für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gearbeitet und weiß daher, was die Prüferinnen und Prüfer sehen wollen. Das bereiten wir im Vorhinein bereits vor – zum Beispiel an gewissen Positionen dann die Belege parat zu haben erleichtert beiden Seiten das Vorgehen ungemein.

Medialine: Für die meisten ist so etwas wie Buchhaltung ja ein eher trockenes Thema. Was ist für dich die Faszination dahinter, das beruflich und auch noch in diesem Maßstab zu machen?

Schneider: Ich hatte nie ausschließlich die Perspektive auf das, was im Rechtsrahmen abgebildet werden muss. Buchhaltung bildet ja immer eine Vielzahl von Prozessen und Abläufen ab, und die sind in jedem Unternehmen anders. Je nach Branche, Markt oder Produkten, die man abbildet, verändert sich noch viel mehr. Dadurch ist logischerweise auch die Buchhaltung, also der Weg, wie man zu den letztendlichen Zahlen kommt, überall anders. Die Prozesse dahinter waren schon immer das, was mich am meisten interessiert hat – und diese sind ja auch nie final abgeschlossen und entwickeln sich weiter. Genau wie der Markt, in dem man als Unternehmen agiert, muss man hier agil reagieren und optimieren.

Die übergreifende Sicht auf ein Unternehmen, das man natürlich durch die Zahlen, aber besonders durch die Abläufe gewinnen kann, ist wahnsinnig spannend. Kostenrechnung, Controlling, Berichtswesen – all das liefert eine Vielzahl von Informationen, die man durch die Buchhaltung abbilden kann. Damit ist ein detaillierterer Blick auf Geschäftsprozesse möglich. Kostenstellen ermöglichen es uns beispielsweise, bestimmte Geschäftsbereiche genauer zu fokussieren, um Daten zu gewinnen, die speziellere Einblicke geben. Und im nächsten Schritt ist ebenfalls sehr entscheidend: Was destilliere ich aus diesen Informationen heraus? Was ist wirklich wichtig und hilfreich, um fundierte und gute Entscheidungen zu treffen, die das Unternehmen und die Gruppe weiterbringen? Aus meiner Sicht ist das kein bisschen trocken (lacht).

Medialine: Aus dieser Perspektive klingt das wirklich ziemlich spannend, da hast du recht! Man bekommt etwas wie ein Logbuch über den gesamten Ist-Zustand, auf Basis dessen man betrachten kann, wie Vergangenes abgelaufen ist, um zukünftig besser planen und agieren zu können.

Schneider: Ganz genau! Das ist wahnsinnig lebendig und vielseitig. Wenn man das Ganze nun auf Medialine bezieht, dann sticht einem etwas ganz besonders ins Auge. Als Digital-Unternehmen haben wir jetzt schon einen immens hohen Digitalisierungsgrad erreicht. Das motiviert nicht nur, es bringt in den Finance Bereich noch mehr positive Spannung rein. Und die Digitalisierung in der Buchhaltung noch weiter zu pushen, ist natürlich auch eine tolle Herausforderung. Da sind wir auf jeden Fall auch ganz weit vorne mit dabei.

Medialine: Zum Abschluss noch einmal ein Blick in die Zukunft: Künstliche Intelligenz ist ein Thema, das in vielen Arbeits- und Gesellschaftsbereichen immer größer wird. Auch Aspekte wie Sicherheit und Belastbarkeit von Quellen sind Dinge, die wir in unserem aktuellen Newsletter thematisieren. Wie siehst du den Einsatz von KI in deinem Geschäftsbereich?

Schneider: Grundsätzlich denke ich, dass KI die Menschheit globalpolitisch vor Herausforderungen stellen wird. In diesem Bereich stellen sich viele Fragen, inwiefern bestimmte Softwares und Anwendungsgebiete rein rechtlich und auch moralisch zulässig sind. Von Seiten des Gesetzgebers müssen natürlich Leitplanken installiert werden, die Nutzungen definieren und bestimmen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Einsatz von Software bei der Polizei ist so ein Beispiel.

Zum Artikel „KI auf dem Vormarsch“

Ich denke aber auch, dass KI wie alle neuen Technologien zwei Seiten hat und immense Vorteile und Verbesserungen mit sich bringen kann, von denen viele profitieren können. Da muss ein Abwägungsprozess stattfinden, den ich nicht abschließend und im Ganzen beurteilen kann.

In meinem Berufsfeld sehe ich viele Möglichkeiten, mit denen KI Freiräume und Erleichterung schaffen kann: Zum Beispiel kann sie im Rechnungsprozess eingesetzt werden, um repetitive Aufgaben zu übernehmen. Auch im analytischen Bereich kann der Einsatz von intelligenter Rechenpower in hohem Maße unterstützen, um Datensätze noch genauer auszuwerten und rechnerisch belastbare Vorhersagen treffen zu können. Tools können da jede Menge Chancen bieten, indem den Mitarbeitenden der Raum gegeben wird, sich auf kreative Dinge im Prozess konzentrieren zu können – konzeptionelle Überlegungen beispielsweise.

Wir nutzen im Finance Umfeld bei Medialine schon aktiv Künstliche Intelligenz, wenn man es genau nimmt! Und zwar in Form von Deep Learning Algorithmen. Diese kommen beispielsweise in unserem internen Dokumentenmanagementsystem ELO zum Einsatz – durch vollautomatische Belegklassifizierungen für Eingangsrechnungen oder das automatische Verbuchen von Kontoauszügen. Und da wird in Zukunft sicherlich noch mehr kommen.

Medialine: Wir können auf jeden Fall gespannt sein, was die Zukunft so bringt. Nochmals vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast für das Gespräch, Lasse!

Schneider: Ich habe zu danken!

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